Partizipation

Partizipation bedeutet Beteiligung und Mitsprache von Kindern an Planungs-, Gestaltungs- und Entscheidungsprozessen, die ihr Leben und das Leben in der Kindergemeinschaft betreffen.                           

Qualität im Situationsansatz – Grundsatz 7

Der Begriff Partizipation wird übersetzt mit Teilhabe, Beteiligung, Teilnahme, Mitwirkung, Mitbestimmung, Mitsprache, Einbeziehung usw.

Partizipation ist kein Wunschkonzert, es geht nicht darum, den Kindern jeden Wunsch und Willen umstandslos zu erfüllen oder auch Entscheidungen alleine zu überlassen.

Eine bloße Teilnahme, etwa an einem pädagogischen Angebot oder an der Entscheidung für eines von zwei Mittagsangeboten, bedeutet noch nicht, dass die Kinder partizipieren.

Es geht vielmehr darum, dass Kinder und Erzieher*innen sich als gleichberechtigte Partner ansehen, die verschiedene Meinungen und Vorstellungen haben. Es gilt diese verschiedenen Ansichten zu erörtern und gemeinsam nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen. Kinder können sich als selbstwirksam erfahren und ihre Rechte aber auch ihre Verantwortung in der Gemeinschaft wahrnehmen. Partizipation beinhaltet die Mitentscheidung bei allen, das jetzige und das zukünftige Leben betreffenden Belangen und das gemeinsame Finden einer Lösung für diese.

Jedes Kind soll in unserer Einrichtung die Chance haben seine Absichten, seine Fähigkeiten und seine individuellen Möglichkeiten in das gemeinschaftliche Leben der Kindertagesstätte mit einzubringen. Somit ist es möglich demokratisches Handeln und Verhalten schon früh zu üben.

Im passenden räumlichen Rahmen und mit ausreichend Zeit wollen wir uns ernsthaft mit den anstehenden Themen auseinanderzusetzen. Die Kinder mit ihren Aussagen ernst nehmen und ihnen signalisieren, dass ihre Meinung wichtig ist und dass sich das Einmischen lohnt.

Die gemeinsame Ideenfindung und der Beteiligungsprozess finden bei verschiedenen Komitees, in kleinen Gruppen, im Morgenkreis und in Einzelgesprächen statt.

Es geht nicht nur darum, Kinder nach ihrer Meinung zu fragen und sie quantitativ abstimmen zu lassen, sondern es geht darum, mit ihnen in einen ernsthaften Dialog zu treten, um dann zusammen mit ihnen die gemeinsamen Lebensräume zu gestalten. Es geht darum, kindliche Bedürfnisse und kindliche Weltsichten im Alltag wahrzunehmen, zu respektieren und die eigenen Weltinterpretationen immer wieder in Frage zu stellen.

Stamer-Brandt, 2012, S.55